1879 bis 1912

1879

Schon im Altertum war der Wunsch nach Kunst und Unterhaltung im Menschen vorhanden. Sei es nun nach Theater, Musik, oder einer anderen künstlerischen Veranstaltung. Mit Sicherheit war das im 19. Jahrhundert in Bergen genau so. Im Gründungsjahr des Bauerntheaters Bergen anno 1879 war es den meisten Bergenern nicht möglich, an einer Theateraufführung teilzunehmen. Schuld daran waren unter anderem die geringen Einkünfte der Bevölkerung, sowie die beschränkten Reisemöglichkeiten nach Salzburg oder München. Ein Gastschauspiel in Bergen aufzuführen, war wegen der hohen Kosten undenkbar.

Die Idee, diese Wünsche mit schauspielerisch begabten Einheimischen zu realisieren, hatte 1879 Josef Pletschacher. So kam es im März des selben Jahres unter seiner Vorstandschaft zur Gründung des „Bauerntheater Bergen“. Dass Pletschacher ein künstlerisch veranlagter Mensch war, zeigt die Tatsache, dass er schon 1876 zu den Gründungsmitgliedern der Musikkapelle Bergen gehörte.

Weitere Gründungsmitglieder waren:

  • Georg Pletschacher
  • Leni Pletschacher
  • Sani Kapeindl
  • Anton Kapeindl
  • Franz Adam
  • Franz Eimüller
  • Albert Maier
  • Hedwig Kapeindl
  • Kathi Buchner
  • Theres Utzmeier

Zur Premiere wurde das Stück „Der  Müller und sein Kind“ aufgeführt. Bis 1884 wurden weitere fünf Stücke einstudiert und hauptsächlich in der arbeitsruhigeren und tanzfreien Fastenzeit gespielt.



Die Stücke die zur Aufführung kamen, lauteten:

  • Der Sohn auf Reisen
  • Dr. Kramperl
  • Das Portrait der Geliebten
  • Ahnenstolz in der Klemme
  • Der verwunschene Prinz

1884

Als 1884 die Brüder Josef und Georg Pletschacher aus Bergen wegzogen wurde die Theatergruppe so geschwächt, dass der Theaterbetrieb zum Erliegen kam.

1899

Erst ab 1899 liegen wieder Aufzeichnungen über das Bauerntheater vor. In den Sommermonaten 1899 kam eine auswärtige Theatergruppe nach Bergen. Da die Aufführungen sehr schlecht besucht waren,  geriet sie bald in Geldnöte. Ein Weiterziehen der Schauspieler wurde wegen ihrer Schulden verhindert. Trotzdem verschwanden einige Mitglieder stillschweigend. Nur der Direktor konnte als „Pfand“ festgehalten werden. Um seine Schulden begleichen zu können, kam er auf die Idee, Einheimische zum Theaterspielen zu gewinnen. Mit billigen Kräften wollte er von seinen Schulden wegkommen. Und es gelang. Angelockt durch die einheimischen Spieler kam zahlreicher Besuch zu den Aufführungen. Nach Begleichung seiner Schulden zog er weiter nach Vachendorf.

Erstaunt über ihr eigenes Können und aufgemuntert durch den zahlreichen Besuch erwachte das Bergener Bauerntheater zu neuem Leben. Dazu wurde im Gasthof zur Post durch Georg Oberauer eine Bühne gebaut von Johann Ehrenlechner bemalt und durch Felix Oberauer dekoriert. Im Kassenbuch sind im Jahre 1900 folgende Personen als aktive Spieler eingetragen:

Franz Buchner – Lorenz Buchner – Albert Steiner – Simon Gerhartsreiter – Georg Oberauer – Mathias Haller – Andreas Buchner (Steinbrücken) – Martin Hausstätter – Egid Buchner – Josef Krammer – Florian Hastreiter – Johann Halbacher – Theodor Bachmaier –  Josef Moser – Franz Betzler.

Das erste Stück dieser Gruppe, aufgeführt am 26. Dezember 1899, hieß „Wirtszenzl“. Als Einnahme erzielte die Gruppe damals den beachtlichen Betrag von 124,35 Mark. Die Auftritte der folgenden Jahre brachten für den Theaterverein volle Kassen. Die Ausgaben hingegen waren bescheiden. Der Souffleur erhielt 1 Mark, die Spielleute und Sänger 6 Mark und die „Frauenzimmer“ 5 Mark. Aber auch andere Arbeiten wurden entlohnt. So bekam der Vater des legendären „Wastl Fanderl“ 7,70 Mark für das handschriftliche Vervielfältigen der Rollenbücher.