1947 bis heute

1947

Am 16. Juli 1947 werden die Aufzeichnungen des Bergener Bauerntheaters wieder weitergeführt. In der am selben Tag stattfindenden Versammlung teilt der neue Vorstand Franz Dangl den Mitgliedern mit, dass die Theatergesellschaft durch die amerikanische Militärregierung die Lizenz zum Auftreten erhalten habe. Die Lizenznummer lautete: 596.

Nach Erhalt dieser Lizenz dauerte es auch nicht lange und das Bauerntheater nahm seinen Spielbetrieb mit dem Stück „D’Welt geht unter“ wieder auf. Gleich im nächsten Jahr folgte ein Gastspielauftritt in Siegsdorf und Weihnachten wurde „s’Findelkind“ aufgeführt.

Am Ende des Jahres 1948 hatte man bereits wieder 444 Mark in der Kasse.

Es folgte im nächsten Jahr das Stück „Der Yankee-Dudler“ bei dem 16 Spieler mitwirkten.

Anscheinend hielt es die große Anzahl der Spieler mit der Pünktlichkeit nicht so genau. Wie sollte man sonst den Beschluss der Versammlung vom 14. Januar 1950 sehen, der wörtlich lautete:

Pünktliches Erscheinen zu den Probe ist Pflicht jedes Spielers. Jedem, der sich länger als eine 1/4 Stunde ohne triftigen Grund verspätet, wird bei der Auszahlung eine Seite (1 Mark) abgezogen.

Die Spieler erhielten damals pro Seite 1 DM. Für die Hauptrolle im „Yankee-Dudler“  konnte Ludwig Oberauer also bei pünktlichem Erscheinen genau 66 DM an Gage erhalten. Dass das Bergener Bauerntheater zu dieser Zeit auch Konkurrenz hatte belegt die schriftlich niedergelegte Bitte des Wirtes, Herrn Lang, dass der Theatervorstand bei Aufführungen fremder Theatergruppen zwei Mann abstellen sollte, damit diese für Ordnung im Saal sorgten.

 

1953

Im Verlauf der Jahre wurden mehrere Stücke aufgeführt. 1953 erhielt man für das Stück „D’Sonnleitnerbuam“ im Südost-Kurier hervorragende Kritiken.

In der Folgezeit wurde der Saal im Gasthof zum Hochfelln auch als Kino genutzt. Dies hatte zur Folge, dass der Spielbetrieb drastisch eingeschränkt wurde. 1956 wurde beschlossen, erwieder zu spielen, wenn sich die Belegungsverhältnisse des Saales zum Vorteil der „Theaterer“ gebessert hätten. So diente die Versammlung im selben Jahr nur der Ehrung langjähriger verdienter Mitglieder. Vorstand Hans Greimel überreichte Liesl Rieger Franz Dangl (Brennei) und Georg Osenstätter für deren 35- bzw. 40jährige Mitgliedschaft im Theaterverein man lese und staune, eine Wurst!!!

 

 

 

1964

Nachdem die Probleme mit dem Saal sich nicht besserten schlummerte der Theaterbetrieb vor sich hin. 1964 beschloss man in einer Versammlung im Gasthaus Hüttenschenke wieder mit dem Spielen zu beginnen. Diesen Vorsatz konnte man jedoch erst 1968 vollenden. Am 13. Juli wurde nach fast  21 Jahren das Stück „D’Welt geht unter“ nochmals mit großem Erfolg aufgeführt. Das Stück wurde im selben Jahr noch fünfmal wiederholt. Es folgten bis 1972 die Stücke „Der Weiberfeind“, „Da is der Wurm drin“ und  „Der fidele Hausl“.

 

1972

Im Jahre 1972 übernahm Ernst Parzinger jun. die Leitung der „Theaterer“ und er sollte diese bis zum Jahre 2002 innehaben. Ab 1974 wurde damit begonnen in den Sommermonaten jeweils zwei verschiedene Stücke aufzuführen. Während dieser Zeit musste nur einmal ein Stück ausfallen. Im „Witwentröster“ war die Witwe um 19.00 Uhr wegen Krankheit ausgefallen. Nachdem sich aber schon Zuschauer im Saal befanden, wurde kurzerhand als Ersatz dafür das zweite für die Sommermonate einstudierte  Stück gespielt. Anwesende Besucher, hauptsächlich Urlaubsgäste, die in der Vorwoche dieses Stück schon gesehen hatten, bemerkten den „Betrug“ erst ab dem 2. Akt.

Ein anders Mal saß ein Ensemble ebenfalls auf „Kohlen“. Ein Mitspieler war nachdem er zu tief ins Glas geschaut hatte von der Polizei in Gewahrsam genommen worden. Glücklicherweise wurde er 5 Minuten vor Spielbeginn durch die Gesetzeshüter wieder entlassen, sodass die Vorstellung doch noch stattfinden konnte.

 

1979

1979 feiert das Theater Bergen im Gasthof Hochfelln sein 100-jähriges Gründungsjubiläum.

1990

Ab dem Jahr 1990 wurde der Terminplan auf ein Stück pro Sommersaison reduziert. Nach dem Abriss des Saales im Gasthof zum Hochfelln 1994 musste der Theaterverein in den wegen seiner Größe ungeliebten Kursaal umziehen. Doch nicht nur die Größe sondern auch die fehlenden sanitären Einrichtungen sowie ein fehlender Ausgang hinter der Bühne machten das Spielen nicht gerade angenehm.

 

2000

Im Jahr 2000 waren die beschwerlichen Verhältnisse jedoch vergessen. Die Gemeinde hatte einen neuen Festsaal gebaut und der Theaterverein erhielt in diesem Gebäude unmittelbar hinter der Bühne Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt, die seines Gleichen suchen. Angespornt durch diese neue „Heimat“ wagten sich die Schauspieler an eine neue Aufgabe. Erstmals in ihrer Geschichte wurde 2002 ein englisches Kriminalstück aufgeführt. Dem Stück „Kille Kille“ folgte wegen der großen Annahme durch das hauptsächlich einheimische Publikum im Jahr 2003 ein weiteres modernes Stück mit dem Titel „Seance um Mitternacht“.

Im Laufe der letzten Jahrzehnte ist das Bergener Bauerntheater eine feste Institution in der Bergener Dorfgemeinschaft geworden und  ist aus dieser auch nicht mehr wegzudenken.